Ein kleiner Einblick für alle, die vor einem Besuch mehr über den Hof erfahren möchten


Alles begann mit einem Keller

Wenige hundert Meter vom Hof entfernt liegt das Gut Hummendorf. Ein alter Gutshof, welcher um das Jahr 1400 zum ersten Mal erwähnt wurde. Da dieser Gutshof seit jeher im Überschwemmungsgebiet des hier verlaufenden Flusses liegt, wurde der Vorratskeller etwas weiter hinten in den sicheren Berg gebaut. Bald entstand in der Nähe des Kellers auch ein kleines Häuschen, in dem der Wächter der überlebenswichtigen Vorräte wohnte. Er war wohl der erste Einwohner im heutigen Weiler Hummendorf. 

 

Später wurde auf dem bestehenden Keller ein Bauernhaus gebaut. Die dort lebende Familie bewirtschaftete die Flächen des heutigen Naturerlebnishofs. Was früher selbstverständlich war, nämlich sich von seinem Grund und Boden zu ernähren und diese Nahrung auch für den Winter zu konservieren und in einem Keller aufzubewahren, wurde an diesem Ort von mehreren Generationen gepflegt. Gerade der mit seinen gut 40qm riesige Keller hat mit Sicherheit den ein oder anderen Winter gesichert. 



Der Keller möchte wieder gefüllt werden 

Wie es die Zeit so bringt, wurde die Selbstversorgung unwichtiger und der Keller damit leer. Toll renoviert und super trocken wartet er nun auf neue Aufgaben. Heute wird das Land, welches zum Hof gehört, wieder genutzt, um eben genau diesen Keller zu füllen. Da wir hier auf sehr steinigem Kalkboden leben, ist das nicht überall so einfach. Aber man merkt dem Bauerngarten am Haus an, dass er über viele Generationen toll gepflegt wurde. Was man hier einsät, das wächst. Der tiefe, lockere Boden ist ein Traum und schenkte uns schon im ersten Jahr eine unfassbar gute Ernte. Wir tun alles, um dieses Leben im Boden zu erhalten und die Arbeit unserer Vorgänger wertzuschätzen. 



Vom Wohnhaus mit seinem alten Keller, dem Hausgarten und der Scheune aus, blickt man Richtung Westen in den sogenannten "Hummengraben". Dieser Graben bildet mit seinem Nord- und Südhang die weiteren Flächen des Hofs. Der Nordhang bietet den Hühnern ein Zuhause mit viel Freilauf und in der ebenen Fläche entsteht ein größerer Gemüsegarten. Windgeschützt und zentral gelegen, lebten hier bisher auch die Schafe & Ziegen, die dafür sorgten, dass aus dem ehemaligen Kartoffelacker eher eine Brennesselzucht wurde... Die Wiederkäuer dürfen nun aber an einen geeigneteren Ort umziehen und der Brennesselacker wird schon bald in neuem Glanz erstrahlen. Hier entsteht ein Gemeinschaftsgarten, in dem nach permakulturellen Grundlagen wertvolle Lebensmittel angebaut werden. Mehr dazu finden Sie unter MITMACHEN. 



Selten gewordener Lebensraum in unserer Kulturlandschaft

Das insgesamt gut 2,5 ha große Grundstück ist geprägt von Steinen - vielen Steinen. Der steinige Boden und die Tatsache, dass ein großer Teil der Flächen bergig ist, hat zur Folge, dass sie in den vergangenen Jahrzehnten landwirtschaftlich nicht sonderlich interessant waren. Ein Vorteil aus ökologischer Sicht, denn so konnte sich auf dem Südhang beispielsweise eine Magerwiese halten. Magerwiesen sind äußerst selten geworden und bieten einer Vielzahl an Lebewesen und Pflanzenarten ein Zuhause. Durch die extensive Bewirtschaftung bleibt Vielfalt erhalten - im Frühsommer ist diese Wiese ein Traum! Es summt und brummt und leuchtet in allen Farben. In den Hecken am Rand der Wiese leben Fasane, die man mit etwas Glück auch beobachten kann, wenn sie morgens und abends über die Fläche ziehen. Auch Wildbienen, Schmetterlinge und diverse Heuschrecken Arten lassen sich hier toll beobachten. Im Spätsommer, wenn die Pflanzen ihre Samen ausreifen lassen konnten, wird die Wiese von unseren Schafen & Ziegen abgeweidet. Diese schonende Behandlung sorgt dafür, dass der Wertvolle Lebensraum erhalten bleibt und die Vielfalt mit den Jahren sogar noch wächst.



Eine unbeliebte Wiese bekommt eine neue Aufgabe

In Richtung Süden erstreckt sich das Grundstück über eine gut 0,7ha große Wiese, die in der Vergangenheit sehr unbeliebt war. Als Plateau über einem ehemaligen Steinbruch gelegen, bietet sie schlechten Ackerboden und ist noch dazu fast unmöglich mit großen Maschinen zu erreichen. Wir nutzen genau diesen Aspekt und gestalten auf der Fläche einen extrem fruchtbaren Waldgarten. Durch das Pflanzen von Pioniergewächsen wird der Boden aufbereitet und aufgewertet. Oberstes Ziel ist es, hier Humus aufzubauen und Vielfalt wachsen zu lassen. Mehr Infos zu diesem Projekt folgen. 



Alter Waldbestand & dichte Hecken

Ein Teil des Hofs ist durch alten Waldbestand eingerahmt, welcher selbstverständlich in seiner wertvollen Art erhalten bleibt. Auch die riesigen Hecken haben schon einige Jahre auf dem Buckel. Hier leben viele Tiere und seltene Pflanzen, die Ihren Rückzugsort brauchen. Die Vogelkonzerte, die im Sommer aus diesen Bereichen zu hören sind, sind unbeschreiblich! Die großen Laubbäume, wie Eichen, Bergahorn und Eschen kommen an ihrem Standort verhältnismäßig gut mit der zunehmenden Trockenheit klar und so hoffen wir, dass sie uns noch lange erhalten bleiben.